Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die Situation im Gazastreifen heftig kritisiert. «Sollten wir dieses Schauspiel betrachten, das uns alle beschämt? Niemals», sagte er bei der UN-Generaldebatte in New York. Mancher würde sich mit Blick auf den Gazastreifen eines angeblichen Friedens rühmen. «Aber dieser Frieden hat nicht eine Sekunde lang die humanitären Korridore wieder geöffnet.» Kurz zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg gefeiert.
Kritik äußerte Macron auch an der Lage im Westjordanland. Täglich würden dort Verstöße verübt, dabei habe die Hamas dort nicht gewütet. Es gehe auch um die Bedingungen für Sicherheit für Israel. «Aber alle die, die vorgeben, dass die Sicherheit Israels über die Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn entsteht, begehen einen fatalen Fehler.» Vielmehr schwächten sie die Sicherheit des Landes, auch für die Zukunft.
Macron sprach sich zudem dafür aus, angesichts der zahlreichen Krisen und einer Rückkehr des Rechts des Stärkeren nicht klein beizugeben. Dem Geist der Niederlage dürfe man nicht nachgeben – weder mit Blick auf Kriege, noch wenn es um das Klima, Künstliche Intelligenz oder den internationalen Zusammenhalt geht. «Die Frage, die sich uns auf sehr einfache Art stellt, ist, ob wir in diesem Naturstatus mit einer Art Rückkehr des Gesetzes des Dschungels oder in einer zivilisierten internationalen Gesellschaft leben wollen.» Aufgabe sei es, fest an der Seite der UN zu stehen, um zusammen über das Gemeinwohl zu entscheiden.