Nahostkonflikt: Botschafter-Sohn bei Auto-Anschlag im Westjordanland verletzt

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Aktualisiert 23. September 2026, 21:53Nahostkonflikt
Botschafter-Sohn bei Auto-Anschlag im Westjordanland verletzt

Der Nahe Osten bleibt von anhaltenden Konflikten im Gazastreifen und um Israel geprägt. Alles dazu im Ticker.
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23.09.2026

Mi 21:48

Hamas lobt Anschlag

Die Hamas lobte den Anschlag als «heroische Operation». Es handele sich um eine «natürliche Reaktion» auf Angriffe radikaler israelischer Siedler. Die Organisation rief zu verschärftem «Widerstand in all seinen Formen und mit allen Mitteln» gegen die Besatzung und Siedler im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems und im Westjordanland auf.

23.09.2026

Mi 20:45

Westjordanland: Sohn von Israels US-Botschafter bei Anschlag verletzt

Bei einem Anschlag mit einem Auto im Westjordanland ist der Sohn des israelischen US-Botschafters, ein Reservesoldat, schwer verletzt worden. Botschafter Jechiel Leiter teilte auf der Plattform X mit, sein Sohn Neria benötige ein Wunder, um zu überleben. Die israelische Armee erklärte, der mutmaßlich palästinensische Attentäter sei getötet worden. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge an einer Militärsperre im Grenzgebiet zu Israel. Neria Leiter hatte Berichten zufolge Dienst an dem Kontrollpunkt.

Zuvor hatte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitgeteilt, ein etwa 30 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten und sei bewusstlos. Die israelische Polizei erklärte, ein Terrorist habe sein Fahrzeug in Richtung eines Polizeiautos gesteuert. Ein Soldat, der mit den Polizisten zusammengearbeitet habe, sei verletzt worden. Sicherheitskräfte hätten den Angreifer daraufhin getötet.

Leiters älterer Bruder war Medienberichten zufolge im November 2023 gemeinsam mit drei weiteren Reservisten im Norden des Gazastreifens getötet worden.

23.09.2026

Mi 19:41

Kushner wirbt um Milliarden für Wiederaufbau Gazas

Der von den USA geführte Friedensrat hat einen Sechs-Monats-Plan für den teilweisen Wiederaufbau des Gazastreifens vorgestellt. Das Programm soll knapp 2,5 Milliarden Dollar kosten und unter anderem die Beseitigung von Trümmern, Bauprojekte, humanitäre Maßnahmen und den Aufbau einer Polizei finanzieren. Jared Kushner rief in New York zu Spenden auf. Insgesamt beziffert der Friedensrat die Kosten für den Wiederaufbau Gazas auf 71 Milliarden Dollar, bislang seien rund 18 Milliarden zugesagt.

Der Umsetzung stehen jedoch zentrale politische Streitpunkte im Weg. Die Hamas ist bislang nicht entwaffnet, Israel hat sich nicht aus den vorgesehenen Teilen des Gazastreifens zurückgezogen. Zudem lehnt Israels Ministerpräsident Netanjahu den bisherigen Fahrplan des Friedensrats zur Nachkriegsordnung und Entwaffnung der Hamas ab.

Unter anderem rief der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, bei der Veranstaltung zu Spenden auf.
Unter anderem rief der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, bei der Veranstaltung zu Spenden auf.Getty Images via AFP
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23.09.2026

Mi 15:18

Van der Bellen wirft Israel Kriegsverbrechen vor

Österreichs Präsident Alexander Van der Bellen hat Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen und im Westjordanland scharf kritisiert. Gewalt gegen Palästinenser und erzwungene Umsiedlungen seien Verstöße gegen das Völkerrecht: «Das läuft unter Kriegsverbrechen, das muss man offen aussprechen», sagte er am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Israels Außenminister Gideon Saar reagierte scharf: «Österreichs Bundespräsident Van der Bellen sollte sich schämen!» Er bezeichnete die Vorwürfe als falsch und verwies auf Österreichs NS-Vergangenheit. Israel kämpfe gegen Kräfte, die den Staat auslöschen wollten, erklärte Saar.

23.09.2026

Mi 12:45

Israel meldet Tötung von Hamas-Finanzchef

Israel hat nach eigenen Angaben den Leiter der Hamas-Finanzabteilung im Gazastreifen, Muhammad Abu Alwan, getötet. Er sei bei einem Angriff auf ein Fahrzeug in Chan Junis im Süden des Küstengebiets ums Leben gekommen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit. Palästinensische Sanitäter bestätigten den Tod Abu Alwans und eines weiteren Mannes bei dem Angriff.

Israel kündigte an, weiterhin gezielt gegen Hamas-Führungskräfte und deren Finanzierungsquellen vorzugehen. Die Angriffe erfolgen trotz der seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe, die immer wieder durch tödliche Zwischenfälle verletzt wird.

23.09.2026

Mi 08:37

Frankreichs Staatschef spricht vor den Vereinigten Nationen

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die Situation im Gazastreifen heftig kritisiert. «Sollten wir dieses Schauspiel betrachten, das uns alle beschämt? Niemals», sagte er bei der UN-Generaldebatte in New York. Mancher würde sich mit Blick auf den Gazastreifen eines angeblichen Friedens rühmen. «Aber dieser Frieden hat nicht eine Sekunde lang die humanitären Korridore wieder geöffnet.» Kurz zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg gefeiert.

Kritik äußerte Macron auch an der Lage im Westjordanland. Täglich würden dort Verstöße verübt, dabei habe die Hamas dort nicht gewütet. Es gehe auch um die Bedingungen für Sicherheit für Israel. «Aber alle die, die vorgeben, dass die Sicherheit Israels über die Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn entsteht, begehen einen fatalen Fehler.» Vielmehr schwächten sie die Sicherheit des Landes, auch für die Zukunft.

Macron sprach sich zudem dafür aus, angesichts der zahlreichen Krisen und einer Rückkehr des Rechts des Stärkeren nicht klein beizugeben. Dem Geist der Niederlage dürfe man nicht nachgeben – weder mit Blick auf Kriege, noch wenn es um das Klima, Künstliche Intelligenz oder den internationalen Zusammenhalt geht. «Die Frage, die sich uns auf sehr einfache Art stellt, ist, ob wir in diesem Naturstatus mit einer Art Rückkehr des Gesetzes des Dschungels oder in einer zivilisierten internationalen Gesellschaft leben wollen.» Aufgabe sei es, fest an der Seite der UN zu stehen, um zusammen über das Gemeinwohl zu entscheiden.

AFP

22.09.2026

Di 17:24

Trump feiert sich vor UN als Gaza-Friedensstifter

Trump hat sich vor der UN-Vollversammlung erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg präsentiert. Vor einem Jahr seien am Rande der Generaldebatte die entscheidenden Schritte eingeleitet worden. «Einige Wochen später haben wir den Gaza-Krieg beendet und Tausende Leben gerettet», sagte Trump. Zudem seien die meisten verbliebenen Geiseln lebend aus dem Gazastreifen zurückgebracht worden. Die seit Oktober 2025 geltende Waffenruhe wird allerdings immer wieder durch tödliche Angriffe erschüttert.

AFP
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22.09.2026

Di 12:58

Israel warnt Hamas vor neuer Geiselnahme

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat mit der vollständigen Räumung von Gaza-Stadt gedroht, sollte erneut ein israelischer Soldat oder Zivilist entführt werden. Es gebe Hinweise auf entsprechende Absichten, sagte Katz, ohne Details zu nennen. In diesem Fall werde die rund eine Million Einwohner zählende Stadt nach Süden evakuiert.

Israelische Soldaten im Gazastreifen sollen Berichten zufolge wegen möglicher Entführungsversuche zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen worden sein. Die Angaben über entsprechende Pläne der Hamas lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

16.09.2026

Mi 12:44

Israel Katz hält an «Umsiedlungsplan» für Gaza fest

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat mit einer neuen großangelegten Offensive im Gazastreifen gedroht. Die Armee sei bereit, nach einem entsprechenden Befehl die Hamas zu zerschlagen und «die Aufgabe zu Ende zu bringen», erklärte Katz. Anschließend solle ein von ihm als «Umsiedlungsplan» bezeichneter Plan für die rund zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen umgesetzt werden.

Katz hatte zuvor erklärt, Israel sei bereit, Palästinenser auf dem Land- und Seeweg aus Gaza zu bringen. Er bezeichnet dies als freiwillig. US-Botschafter Mike Huckabee wies dagegen Pläne zurück, Menschen gegen ihren Willen aus dem Gazastreifen zu vertreiben.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Katz bereits betont, Israel sei bereit, Palästinenser auf dem See- und Landweg aus dem Gazastreifen zu evakuieren.
Zuvor hatte Verteidigungsminister Katz bereits betont, Israel sei bereit, Palästinenser auf dem See- und Landweg aus dem Gazastreifen zu evakuieren.Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa

16.09.2026

Mi 09:26

Viele Tote und Verschüttete nach Gebäudeeinsturz in Gaza

Bei einem Gebäudeeinsturz in der Stadt Gaza hat es in der Nacht palästinensischen Angaben zufolge viele Tote gegeben. Mindestens elf Menschen, darunter auch Kinder, seien ums Leben gekommen und weitere verletzt worden, teilte der Sprecher des von Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Basal, am Morgen mit. Demnach sollen noch Dutzende Menschen unter den Trümmern des Wohnhauses verschüttet sein. Helfer suchen derzeit nach ihnen. Den Einsatzkräften fehlt es dabei jedoch an Ausrüstung und schwerem Gerät.

Palästinensischen Angaben zufolge war das sechsstöckige Gebäude durch israelische Angriffe im Gaza-Krieg beschädigt worden. Im Zuge des Kriegs zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas stürzen immer wieder durch die Kämpfe beschädigte Gebäude ein. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Berichten nach.

Laut Anwohnern haben sich mehr als 60 Menschen, vor allem im Krieg Vertriebene, in der Nacht in dem Haus aufgehalten. Der Zivilschutz teilte mit, dass auch Vertriebene in Zelten neben dem Gebäude unter den Opfern sein dürften.

16.09.2026

Mi 05:41

US-Abgeordnete erhöhen Druck auf Trump

Das US-Repräsentantenhaus hat Trump erneut aufgefordert, US-Streitkräfte aus den Kampfhandlungen gegen den Iran abzuziehen. Für die von den Demokraten eingebrachte Resolution stimmten 220 Abgeordnete, 204 dagegen. Neben allen Demokraten unterstützten auch sieben Republikaner den Vorstoß.

Die Resolution hat zunächst keine unmittelbaren Folgen für den Krieg. Ähnliche Vorstöße des Repräsentantenhauses waren zuvor nicht bis zu Trump gelangt. Ausgenommen von der Forderung sind US-Kräfte, die zur Verteidigung der USA oder ihrer Verbündeten benötigt werden.

16.09.2026

Mi 05:34

USA planen Milliarden-Waffendeal mit Israel

Die US-Regierung plant ein 2,8 Milliarden Dollar schweres Munitionspaket für Israel. Es umfasst nach übereinstimmenden Medienberichten 40.000 Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund einer Tonne – je 20.000 vom Typ Mk84 und BLU-117. Der US-Kongress wurde demnach bereits informell über das noch nicht endgültige Geschäft informiert.

Bomben dieser Größenordnung wurden von Israel bereits im Gazastreifen und im Libanon eingesetzt und stehen wegen ihres großen Zerstörungsradius und der Gefahr hoher ziviler Opferzahlen in der Kritik. Die Biden-Regierung hatte eine Lieferung solcher Bomben 2024 zeitweise ausgesetzt, Trump hob den Stopp nach seinem Amtsantritt wieder auf.

16.09.2026

Mi 00:19

Israel meldet Tötung von hochrangigem Hamas-Kommandeur

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Nayal Abu Obeid, den Kommandeur der Hamas-Brigade von Rafah, bei einem Angriff im südlichen Gazastreifen getötet. Er sei zugleich für die Operationen des militärischen Hamas-Arms verantwortlich und eine Schlüsselfigur der Organisation gewesen. An dem Einsatz war auch der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beteiligt.

Bei weiteren israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt, darunter Kinder. Ob diese Angriffe mit der Tötung Abu Obeids zusammenhingen, ist unklar.

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13.09.2026

So 15:45

Angriff forsert zwei Tote und mehrere Verletzte

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Auto in der Stadt Gaza sind zwei Palästinenser getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, weitere Menschen seien dabei verletzt worden. Auf Bildern vom Ort des Geschehens war ein zerstörtes und ausgebranntes Fahrzeug zu sehen.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe zwei Mitglieder des militärischen Flügels der islamistischen Terrororganisation Hamas gezielt getötet. Es handele sich um Mitglieder einer technischen Einheit, die an der Herstellung und Entwicklung von Waffen beteiligt gewesen seien. Sie hätten auch Anschläge auf Israelis vorbereitet und daher eine Bedrohung dargestellt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

13.09.2026

So 09:31

Drei Leichen in brennendem Auto in Israel gefunden

In einem brennenden Auto in der Nähe einer arabischen Ortschaft in Israel sind in der Nacht drei Leichen gefunden worden. Die Identität der Männer sei bisher nicht bekannt, teilte die israelische Polizei mit. Man gehe von einem Verbrechen mit einem kriminellen Hintergrund aus.

Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete, die Leichen seien auf dem Rücksitz gefunden worden, nachdem Jugendliche das brennende Fahrzeug in der Nähe von Baka al-Gharbija südöstlich der Hafenstadt Haifa entdeckt hätten.

Laut Polizeiangaben wurden zahlreiche Einsatzkräfte in die Gegend geschickt. Nach Angaben von «ynet» war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Es gebe jedoch noch keine Festnahmen von Tatverdächtigen. Der rechtsreligiösen Regierung in Israel wird immer wieder vorgeworfen, sie gehe nicht entschlossen genug gegen Gewaltverbrechen innerhalb der arabischen Gesellschaft vor.

11.09.2026

Fr 08:45

Israel gelingt Schlag gegen Hisbollah-Miliz

Die israelische Armee hat unterirdische Stellungen der vom Iran unterstützen Hisbollah-Miliz im Südlibanon zerstört. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten die Aktion und teilten auf der Plattform X mit, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Von libanesischer Seite gab es für die Zerstörung offiziell zunächst keine Bestätigung.

Die israelische Armee teilte auf der Plattform Telegram mit, im Gebiet des strategisch wichtigen Höhenzugs namens Ali al-Taher habe das Militär nach umfangreichen Vorbereitungen die unterirdische Infrastruktur komplett zerstört. Damit sei die Fähigkeit der Hisbollah, diese Infrastruktur zur Planung und Durchführung von Terroranschlägen gegen israelische Zivilisten und Soldaten zu nutzen, endgültig ausgeschaltet worden.

Der Bürgermeister der libanesischen Stadt Nabatieh, Abbas al-Din, berichtete von einer äußerst heftigen Explosion bei dem Höhenzug. Die Erschütterungen seien im gesamten Südlibanon zu spüren gewesen, sogar in der rund 70 Kilometer entfernten Hauptstadt Beirut. Sie hätten sich für die Bewohner wie ein leichtes Erdbeben angefühlt.

08.09.2026

Di 20:57

Israel dementiert Warnung vor dem 7. Oktober

Israels Regierung weist einen Bericht zurück, wonach die Vereinigten Arabischen Emirate Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 gewarnt haben sollen. Laut Haaretz habe der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid Netanjahu rund eineinhalb Wochen zuvor telefonisch über Pläne für eine großangelegte Hamas-Offensive informiert.

Netanjahu habe die Warnung demnach nicht an die Sicherheitschefs weitergegeben. Sein Büro bezeichnete die Berichte als «falsch». Die VAE wollten sich zu den Berichten nicht äußern. Israels Opposition fordert angesichts der Vorwürfe eine Untersuchung.

Die Emirate erklärten, sich nicht zu Medienberichten und Spekulationen über Gespräche zwischen Regierungschefs äußern zu wollen.
Die Emirate erklärten, sich nicht zu Medienberichten und Spekulationen über Gespräche zwischen Regierungschefs äußern zu wollen.Debbi Hill/Pool UPI/AP/dpa

08.09.2026

Di 19:24

Israel will britisches Konsulat in Jerusalem schließen

Israel hat wegen Großbritanniens Sanktionen gegen Siedlungen im Westjordanland Gegenmaßnahmen verkündet. So werde das britische Konsulat in Jerusalem geschlossen, sagte Israels Außenminister Gideon Saar am frühen Abend in Jerusalem. Zudem dürfen israelischen Angaben zufolge mehrere britische Parlamentsabgeordnete nicht mehr nach Israel einreisen, darunter der britische Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn.

Insgesamt nannte das israelische Außenministerium zwölf Personen, darunter einen Anwalt. Dieser ist eigenen Angaben zufolge aber kein britischer Staatsbürger. Medienberichten zufolge vertrat er den politischen Arm der Hamas vor britischen Gerichten, um die Gruppierung von der Liste der verbotenen Terrororganisationen streichen zu lassen.

Weiterhin sollen laut Saar britische Vertreter das sogenannte International Gaza Support Center in Israel verlassen. Das Zentrum kontrolliert die Einhaltung der Waffenruhe und befasst sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen. Großbritannien werde zudem nicht länger an der Ausbildung von palästinensischen Sicherheitskräften im Westjordanland beteiligt sein, sagte der israelische Außenminister weiter.

08.09.2026

Di 13:37

Eilantrag gegen Siedlungsprojekt abgewiesen

Die israelische Justiz hat einen Eilantrag gegen das umstrittene Siedlungsprojekt E1 im Westjordanland zurückgewiesen. Mit dem Eilantrag wollten mehrere Menschenrechtsorganisationen bewirken, dass eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1200 Wohneinheiten für das sogenannte E1-Projekt östlich von Jerusalem ausgesetzt wird.

Das E1-Projekt war im vergangenen Jahr genehmigt worden. Kritiker warnen, es drohe die territoriale Verbindung zwischen dem Norden und Süden des Westjordanlands weiter zu zerschneiden und würde damit die Aussichten auf einen lebensfähigen palästinensischen Staat zusätzlich schmälern. Im vergangenen Monat forderten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien die israelische Regierung zur Beendigung des Projekts auf.

Blick auf ein Gebiet in der Nähe von Maale Adumim, einer israelischen Siedlung im besetzten Westjordanland, in dessen Nähe im Rahmen des Siedlungsprojekts E1 Wohneinheiten gebaut werden sollen.
Blick auf ein Gebiet in der Nähe von Maale Adumim, einer israelischen Siedlung im besetzten Westjordanland, in dessen Nähe im Rahmen des Siedlungsprojekts E1 Wohneinheiten gebaut werden sollen.Ohad Zwigenberg/AP/dpa (Archiv)

08.09.2026

Di 08:46

Angriffe treffen Saudi-Arabien

Bei Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz sind in Saudi-Arabien nach dortigen Angaben 73 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, teilte der Sprecher des saudisch angeführten Militärbündnisses mit, das im Jemen gegen die Huthi kämpft.

Die Angriffe hätten in Chamis Muschait, Nadschran und weiteren Städten im Süden des Königreichs zivile und wirtschaftliche Ziele getroffen. Wann die Angriffe stattfanden, teilte der Sprecher des Bündnisses nicht mit. Er sprach von einer «gefährlichen Eskalation». Man werde «alle notwendigen Schritte» unternehmen, um die Bedrohung aus dem Jemen auszuschalten. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu den Angriffen.

Die Huthi hatten Saudi-Arabien zuvor einen Luftangriff auf ein Gefängnis im Jemen vorgeworfen. Der von den Huthi kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah berichtete, dass bei dem Angriff am Montag mindestens elf Menschen getötet worden seien. Die Suche nach 20 weiteren Vermissten laufe weiter. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht zu. Die Angaben ließen sich allesamt zunächst nicht unabhängig überprüfen.

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07.09.2026

Mo 13:41

Israel droht Palästinensern für Fall eines Großangriffs mit Krieg

Israel hat der Palästinensischen Autonomiebehörde für den Fall eines Angriffs «im Stil des 7. Oktober» mit Krieg gedroht. Sollte der palästinensische Sicherheitsapparat einen solchen Angriff auf israelische Soldaten oder jüdische Siedlungen im Westjordanland planen oder veranlassen, sei die Armee angewiesen, «sich auf einen vollumfänglichen Krieg vorzubereiten», erklärte Verteidigungsminister Israel Katz.

Ein israelischer Militäreinsatz werde auf die «Führung und Strukturen» der Autonomiebehörde sowie auf «jegliche Terrorstrukturen» in dem Gebiet abzielen, hieß es weiter. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat ihren Sitz in Ramallah im Westjordanland. Katz kündigte eine «dauerhafte Präsenz» der israelischen Armee an.

07.09.2026

Mo 11:18

Bericht: Palästinensischer Student von Siedlern erschossen

Ein 20-jähriger palästinensischer Student ist nach palästinensischen Angaben bei einem Angriff radikaler israelischer Siedler auf ein Dorf im Westjordanland getötet worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden zwei weitere Menschen bei dem Vorfall in dem Ort Hadscha nahe der Palästinenserstadt Kalkilia durch Schüsse verletzt. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.

Nach Angaben aus dem Dorf kamen radikale Siedler am Sonntagabend in den Ort und eröffneten das Feuer auf Einwohner. Der Student sei am Kopf getroffen worden und später seinen Verletzungen erlegen. Ein weiterer Palästinenser sei in kritischem Zustand.

07.09.2026

Mo 10:59

Erneuter Verstoß gegen die Waffenruhe.

Bei Angriffen im Südlibanon wurden offiziellen libanesischen Angaben zufolge mindestens elf Menschen getötet. Unter den Toten seien auch zwei Sanitäter, meldete die Nachrichtenagentur NNA. Mindestens fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Israelische Kampfflugzeuge hätten in der Nacht unter anderem ein Wohngebäude im Raum Nabatija im südlichen Libanon angegriffen. Unter den Todesopfern seien auch zwei Kinder, berichtete NNA.

Israels Armee äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Angriffen. Nach israelischer Darstellung richten sich die Angriffe im Land Zielen der Hisbollah-Miliz. In der Nacht hatte Israels Armee auch die Bewohner des Orts Dair al-Sahrani aufgefordert, die Gegend umgehend zu verlassen. Etwa 20 Minuten später bombardierten israelische Kampfjets nach libanesischen Angaben ein Gebäude in dem Ort.

Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen sich Israel und die Hisbollah immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israels Armee ist weiterhin im Südlibanon stationiert und führt nahezu täglich Angriffe aus. Libanesische Medien zählten dabei seit Freitag mindestens 19 Todesopfer.

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