Crans-Montana: Gemeinde Crans-Montana bittet erstmals um Verzeihung

Crans-MontanaAktualisiert 09. Januar 2026, 20:26Gemeinde Crans-Montana bittet erstmals um Verzeihung

Bei einer Silvesterfeier im Schweizer Skiort Crans-Montana sind mindestens 40 Menschen gestorben. Mehr als 100 wurden verletzt.

L'essentiel und Agenturen
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L'essentiel und Agenturen

Darum gehts

  • In einer Bar in Crans-Montana ist am frühen Neujahrsmorgen ein Brand ausgebrochen.

  • 40 Personen sind gestorben.

  • Über 100 sind zum Teil schwerstverletzt.

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Freitag, 09.01.2026
20:26

Gemeindevertreterin räumt Fehler ein

Nach der Trauerzeremonie in Martigny hat sich die Vize-Gemeindepräsidentin von Crans-Montana, Nicole Bonvin Clivaz, erstmals im Namen der Gemeinde entschuldigt. «Wir richten unsere Entschuldigungen aus und bitten alle Familien, die trauern und leiden, um Verzeihung», sagte sie im Interview mit RTS. Entschuldigen möchte sie sich «für alles». «Für diese tragische Nacht, dafür, nicht alles richtig gemacht zu haben, dafür, dass es bei uns passiert ist … Es ist eine Narbe, die wir ein Leben lang tragen werden und die wir behutsam zu heilen versuchen – mit den besten Mitteln, die es gibt», so Bonvin Clivaz.Si e räumte Fehler und Versäumnisse ein, die die laufenden Ermittlungen klären müssten. Rücktritte innerhalb des Gemeinderats schloss sie aus.

Die Gemeinde war bereits am Dienstag mit Gemeindepräsident Nicolas Féraud vor die Medien getreten. Für Kritik sorgte damals der Umstand, dass keine Entschuldigungsworte geäußert wurden. «Heute besteht das Bedürfnis, diese auszusprechen. In der Hitze des Gefechts ist man unbeholfen», erklärte Nicole Bonvin Clivaz. Die Situation sei keine alltägliche. «Es hat uns wirklich viel Mut gekostet, uns ihr zu stellen. Und wir werden noch weiteren Mut brauchen.»

Nicole Bonvin Clivaz, Vize-Gemeindepräsidentin von Crans-Montana.

Nicole Bonvin Clivaz, Vize-Gemeindepräsidentin von Crans-Montana.

19:10

Ehefrau nicht in U-Haft

Nach der ersten Anhörung vor Gericht hat sich Jessica Moretti, die Ehefrau von Barbetreiber Jacques Moretti, vor Journalistinnen und Journalisten entschuldigt. Im Gegensatz zu ihrem Mann ist sie auf freiem Fuß. «Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufs sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret», schreibt die Walliser Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Doch warum wurde Jessica Moretti nicht festgenommen, obwohl sie als Geschäftsführerin ihrer vier Firmen im Handelsregister eingetragen ist? Die Staatsanwaltschaft erachtet «aufgrund ihres persönlichen Werdegangs und ihrer sozialen Bindungen die Anordnung von Ersatzmaßnahmen als geeignet, der Fluchtgefahr zu begegnen». Die Erwähnung sozialer Bindungen könnte beispielsweise auf elterliche Pflichten hindeuten, zu Ersatzmaßnahmen zählen Mittel wie Fußfesseln oder Passeinzug.

15:31

Jacques Moretti festgenommen

Laut Informationen der Zeitung 24 Heures wurde Jacques Moretti, der Betreiber der Bar Le Constellation, heute nach einer langen Anhörung festgenommen. Dem Bericht zufolge wurde Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr beantragt. Die Maßnahme muss innerhalb von 48 Stunden vom Zwangsmaßnahmengericht bestätigt werden. Den Morettis werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

13:14

Profitgier-Vorwurf: Brandschutz-Broschüren-Anbieter stoppt Verkauf

Für Empörung hat ein Unternehmen gesorgt, das mit einem Brandschutz-Ratgeber «in Erinnerung an Crans-Montana» warb. Auf der Website Saferswitzerland war der Ratgeber zum Download verfügbar, der laut Werbung über Brandrisiken und Prävention informiert – speziell für Schweizer Haushalte. 20 Franken (umgerechnet rund 22 Euro) verlangte der Verkäufer für das elfseitige PDF, während Stellen vom Schweizer Bund solche Tipps kostenlos anbieten, wie beispielsweise die Beratungsstelle für Brandverhütung BFB.

Die Website war lediglich drei Tage online. Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen und der Sensibilität des Themas entschieden sich die Verantwortlichen, das Angebot einzustellen. Vorwürfe der Profitmacherei wiesen sie zurück und betonten, es sei ihnen um Aufklärung und Vorsorge gegangen. Eine Spende möglicher Einnahmen sei zwar geprüft worden, habe sich jedoch als schwierig erwiesen. Nach eigenen Angaben habe die Website zu keinem Zeitpunkt Gewinne erzielt.

12:18

Bar-Besitzer rekrutierte Frauen für Prostitution in der Schweiz

Am Freitagmorgen wird das Betreiberpaar der Inferno-Bar zum ersten Mal als Verdächtige von der Staatsanwaltschaft vernommen. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung gegen die Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana eröffnet, wo in der Neujahrsnacht ein Brand 40 Tote und 116 Verletzte forderte.

Einsicht in die Gerichtsakten eines Prozesses in Frankreich zeigt: Jacques Moretti hat offenbar in Frankreich Frauen rekrutiert und sie in der Schweiz prostituiert. Zuvor wurde bereits berichtet, dass der Mann in Frankreich vor Gericht stand. Zuhälterei wurde ihm damals vorgeworfen. Er wurde schuldig gesprochen. Le Figaro hat nun die Gerichtsakten vom damaligen Prozess erhalten.

11:33

Neun Fußballer sind unter den Opfern

Unter den 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana waren neun junge Schweizer Fußballer. Das gab der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt.

«Wir trauern und fühlen mit allen Opfern und Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana sowie mit ihren Familien. Auch neun junge Schweizer Fußballspieler aus drei regionalen Westschweizer Vereinen haben ihr Leben verloren, mehrere weitere wurden verletzt», schrieb der Verband auf dem Account der Schweizer Nationalmannschaft: «Wir stehen an der Seite der Familien und Vereine – heute, morgen und auch dann, wenn es stiller wird.»

11:06

Schweiz trauert um Brandopfer – offener Präsidenten-Brief

Am nationalen Trauertag für die Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana hat der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin Opferfamilien und Überlebenden sein Beileid und Mitgefühl ausgesprochen. «Wir schulden den Betroffenen, Familien und Angehörigen Respekt, Erinnerung – und die Verpflichtung, alles zu tun, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt», schreibt er in einem offenen Brief.

Die Justiz untersuche, inwiefern Sicherheitsbestimmungen in der Bar missachtet wurden, und werde die Konsequenzen daraus ziehen, schrieb Parmelin in dem Brief, der zuerst in der «Schweizer Illustrierten» veröffentlicht wurde. «Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.»

Die Justiz untersuche, inwiefern Sicherheitsbestimmungen in der Bar missachtet wurden, und werde die Konsequenzen daraus ziehen, schrieb Parmelin in dem Brief, der zuerst in der «Schweizer Illustrierten» veröffentlicht wurde. «Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.»

AFP

Am Nachmittag werden rund 1000 Angehörige und Spitzenpolitiker bei einer Trauerfeier in Martigny in der Nähe von Crans-Montana erwartet. Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Präsidenten Frankreichs und Italiens, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella und auch Luxemburgs Großherzog Henri.

09:18

Fehlende Kontrollen hätten dem Kanton auffallen können

Im Kanton Wallis sind die Gemeinden für die Durchführung der Kontrollen beim Brandschutz zuständig. Laut Gesetz hätten jedes Jahr eine Brandschutz- und eine Sicherheitskontrolle stattfinden müssen, sagte Crans-Montanas Gemeindepräsident Nicolas Féraud bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die letzte Kontrolle in der Inferno-Bar fand jedoch im Jahr 2019 statt.

Der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer kritisierte die Gemeinde daraufhin scharf: «Es gibt viele Dinge, die mich an dieser Tragödie schockieren. Dieser Mangel an Kontrollen gehört dazu», sagte er. Jetzt zeigt aber ein Bericht: Der Kanton Wallis forderte fehlende Kontrollberichte bei den Gemeinden nicht ein, wie SRF berichtet. Die fehlenden Kontrollen hätten dem Kanton also auffallen können. Doch warum wurden die Behörden nicht aktiv? «Wenn kein Bericht eingeht, gehen wir davon aus, dass alles in Ordnung ist», sagt der Chef des kantonalen Amts für Feuerschutz, Philipp Hildbrand, gegenüber SRF und «Walliser Bote».

Donnerstag, 08.01.2026
21:25

Sie wurde tot am Notausgang gefunden

Cyane (24) arbeitete als Servicemitarbeiterin in der Bar Le Constellation. Tante und Eltern schildern nun bei RTL und France 3 Occitanie ihre Trauer und ihr Unverständnis. «Ich verstehe nicht, wie so etwas in einem so wohlhabenden Ort wie Crans-Montana passieren kann – dort, wo es an Geld und Mitteln nicht fehlt», sagte die Tante der jungen Französin, «man hätte das verhindern können, davon bin ich überzeugt.»

Die Mutter Cyanes hält es für unglaublich, dass der Notausgang verschlossen war. «Und das bei Tischen, die 1000 Euro gekostet haben», ergänzt sie. Sie vermutet, es hätten viele Menschen gerettet werden können, wäre die Tür offen gewesen. «Sie hat sich hervorragend ausgekannt in dem Lokal. Das heisst, sie ging rasch zu dem Notausgang und hätte sich und andere retten können. Doch dieser war verschlossen mit einem Schlüssel.» Der Vater sagte gegenüber französischen Medien, dass man wegen der Situation schnell in Wut verfalle. Die oberste Priorität sei es aber, seiner Tochter eine «würdevolle Beerdigung» zu geben.

«Sie war für alle wie ein Sonnenschein gewesen», sagte der Vater der 24-jährigen Cyane.

«Sie war für alle wie ein Sonnenschein gewesen», sagte der Vater der 24-jährigen Cyane.

X
18:35

Opferfamilien erhalten vorerst keine Rechnungen

Krankenhäuser und Rettungsdienste wurden dazu angehalten, die Rettung und Behandlungen der Brandopfer vorerst nicht zu verrechnen. Gaby Szöllösy, Generalsekretärin der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), bestätigt dies SRF.

Die Rechnungsstellung soll an die Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO erfolgen. Über die Opferhilfe können Betroffene Soforthilfe beantragen.

16:57

Auch Italien eröffnet Ermittlungsverfahren

Wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung hat die Staatsanwaltschaft in Rom ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Unter den Todesopfern sind auch sechs italienische Jugendliche.

16:05

Mehrere Quadratmeter Spenderhaut geliefert

Zürcher Kliniken haben von einem Lieferanten bisher 9,3 Quadratmeter Spenderhaut erhalten. Das teilte die niederländische Gewebebank der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Spenderhaut wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, um die Wunden schwer brandverletzter Patientinnen und Patienten zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen, bis das Einsetzen körpereigener Haut möglich ist.

Den Verletzten steht laut Trauma-Expertin Sybille Jatzko ein langer Leidensweg bevor. Vieles erinnere an die Flugtag-Katastrophe von Ramstein im August 1988, deren Opfer und Hinterbliebene Jatzko betreut hat. «Wir wissen, wie lange sie gebraucht haben, einigermaßen ins Leben zurückzukommen, und wie viel Beeinträchtigungen nach fast 40 Jahren für die verbrannten Opfer jetzt noch da sind», sagte Jatzko von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge im bayerischen Sonthofen. Als Beispiele nannte sie Hautprobleme oder ständig wiederkehrende Operationen.«Sie haben einen schweren Weg vor sich.»

Die Chefärztin des Brandverletzten-Zentrums des Kinderklinik in Zürich, Kathrin Neuhaus, geht von monatelangen, äußerst intensiven Behandlungen aus. «Von solchen Patienten wissen wir, dass sie sehr, sehr viele Operationen brauchen», sagte sie jüngst im Schweizer TV-Sender SRF. «Wir rechnen mit Aufenthalten von drei bis fünf Monaten.» Die Klinik behandelt fünf Brandopfer aus Crans-Montana. Vier davon seien aktuell in einem kritischen Zustand, teilte die Klinik der Deutschen Presse-Agentur mit.

14:04

Die Staatsanwaltschaft eröffnet ein Gerichtsverfahren

Eine junge Frau aus Wallonisch-Brabant (Belgien) kam ums Leben. Die Staatsanwaltschaft der belgischen Region habe nun in Absprache mit der Bundesanwaltschaft ein Gerichtsverfahren eingeleitet, wie die belgische Zeitung l’Avenir berichtet.

«Ziel dieser Initiative ist die Unterstützung des Opferhilfsdienstes des Justizhauses Nivelles bei der Kontaktaufnahme zwischen den Opfern und deren Angehörigen in Wallonisch-Brabant sowie den Schweizer Behörden», erklärte Staatsanwalt Marc Rézette gegenüber der Agentur Belga.

«Diese internationale justizielle Zusammenarbeit wird auf der Grundlage bestehender polizeilicher und justizieller Kooperationskanäle erfolgen», schliesst Rézette. Zuvor hatte auch Paris in Frankreich ein solches Verfahren eröffnet.

13:23

Die Besitzer der Bar werden am Freitag erstmals verhört

Die französischen Barbesitzer werden am Freitag vernommen. Das berichtet le matin. Sie werden um 8 Uhr in Sion von der Staatsanwaltschaft vernommen. Es ist das erste Mal, dass die beiden angehört werden, seit die Walliser Staatsanwaltschaft am 3. Januar ein Strafverfahren gegen sie eröffnet hat.

Gegen Jacques M. und seine Frau wird wegen «fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung» ermittelt. Sie wurden weder in Untersuchungshaft genommen noch unter Hausarrest gestellt. Das Paar garantierte seinerseits «volle Kooperation» bei den Ermittlungen und dass es sich «nicht entziehen» werde.

Das Paar, das die Bar «Le Constellation» besitzt wird beschuldigt «fahrlässig» gehandelt zu haben.

Das Paar, das die Bar «Le Constellation» besitzt wird beschuldigt «fahrlässig» gehandelt zu haben.

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08:38

Schneller Feuerwehreinsatz war «Ausnahme»

Der schnelle Einsatz der Feuerwehr war eine Ausnahme, wie einige der Feuerwehrleute selbst gegenüber RTS aussagten. Normalerweise herrschten Ressourcen- und Personalmangel vor.

Für die Silvesternacht, habe sich die Feuerwehr extra vorbereitet. «Wir hatten etwa ein Dutzend Leute auf der Wache. Normalerweise ist die Situation nicht so», erklärte David Vocat, Feuerwehrchef. «Das sind Menschen, die normalerweise zu Hause oder bei der Arbeit sind und extra zur Wache kommen müssen, um sich umzuziehen. Aber in jener Nacht waren sie da.»

Auch andere Walliser Feuerwehrleute, mit denen RTS anonym gesprochen hat, kritisieren den Mangel an personellen und finanziellen Ressourcen. Dies könnte dazu führen, dass ein Einsatz erst bis zu 25 Minuten nach Alarmierung beginne. In der Schweiz werden Einsatzzeiten von bis zu fünfzehn Minuten und eine Einsatzstärke von mindestens sechs Personen empfohlen. Im Wallis werde dies oft nicht erreicht.

Mittwoch, 07.01.2026
21:29

Feuerwehrkommandant spricht über Unglück

In der SRF-«Rundschau» hat David Vocat, seit elf Jahren Feuerwehrkommandant von Crans-Montana, über den Einsatz in der Brandnacht gesprochen, welchen er koordinierte. Um 1.30 Uhr nachts habe man im Stützpunkt eigentlich nach Hause gehen wollen. «Zum Glück ist nichts passiert», habe man sich gesagt. Dann folgte um 1.35 Uhr der rote Alarm: Feuer, Explosion im «Le Constellation». «Als ich ankam, schrien die Leute: ‹Wohin sollen wir sie bringen? Sie sind tot! Man muss sie behandeln! Man muss sie retten!›», so Vocat. Man habe die Verletzten zunächst in eine Bar gegenüber gebracht, wo noch Leute feierten. Man habe schlichtweg nicht gewusst, wo man die Verletzten sonst hinbringen sollte.

«Es ist schwer, eine Person am Boden liegen zu lassen und zu sagen ‹Leider ist es jetzt zu spät, wir müssen uns um die anderen kümmern, die wir noch retten können›», sagt er. Es sei sehr kompliziert gewesen, die verbrannten Opfer aus der Bar zu bringen. «Besucher, die da waren, haben die Opfer mit Terrassenmöbeln transportiert. (...) Das haben diese Helfer super gemacht. Junge Menschen haben andere junge Menschen gerettet, das war großartig.» «Ich schlafe nicht viel», erzählt Vocat. Doch als Chef müsse er jetzt Vorbild sein und er versuche für die Männer und Frauen, die im Einsatz waren, zu kämpfen und da zu sein.

21:09

Staatshaftungsklage wird vorbereitet

Der Opferanwalt Romain Jordan, er vertritt über 20 betroffene Familien, sagt agegenüber SRF: «Wir haben bereits mit den Arbeiten an einer Staatshaftungsklage begonnen. Wir werden eine Zivilklage vorbereiten und zum gegebenen Zeitpunkt den Schaden beziffern.» Er gehe davon aus, dass die Gemeinde für viele Kosten aufkommen müsse, die durch die Tragödie in der Silvesternacht entstanden sind.

«Die Gesamtkosten und Schäden werden sich im Bereich von mehreren hundert Millionen Franken bewegen. Das rührt daher, dass enorme Heilungs- und Rehabilitationskosten entstehen werden», schätzt Martin Hablützel. Hinzu kämen Kosten für Pflegehilfen, Haushaltshilfen oder Schmerzensgeld für junge Menschen, die nicht mehr arbeiten können.

14:55

Großherzog Henri vertritt Luxemburg bei Gedenkzeremonie

Luxemburg wird bei der offiziellen Gedenkzeremonie am Freitag durch Großherzog Henri vertreten sein. Der ehemalige Staatschef wird «eine Botschaft der Solidarität mit den jungen Opfern, ihren Familien und dem Schweizer Volk zum Ausdruck bringen», heißt es in einer Mitteilung.

Die großherzogliche Familie macht seit Jahrzehnten zum Jahresende Urlaub in Crans-Montana. Die Zeremonie findet auf Einladung des Präsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie des Präsidenten des Staatsrats des Kantons Wallis statt.

Großherzog Henri reist am Freitag nach Crans-Montana.

Großherzog Henri reist am Freitag nach Crans-Montana.

Cour Grand-Ducale
10:47

Krankenhäuser benötigen dringend meterweise Haut für Brandopfer

Bei einigen Verletzten von Crans-Montana sind über 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. Die verbrannte Haut muss rasch durch neue ersetzt werden. Wo kommt sie her?

Dienstag, 06.01.2026
21:48

Opfer-Anwalt fordert Verhaftung von Beamten

Der Walliser Anwalt Sébastien Fanti kritisiert die fehlenden Kontrollen des Clubs Le Constellation in Crans-Montana seit 2020 scharf und spricht von schweren behördlichen Versäumnissen. Als Vertreter mehrerer Opferfamilien befürchtet er weitere Todesopfer und fordert rasche Verantwortung und Entschuldigungen. Fanti bezeichnet den Betreiber als dubiose Figur mit fragwürdiger finanzieller Herkunft und möglichem Geldwäsche-Hintergrund.

Gegenüber Le Parisien kündigte der Walliser Anwalt an, Strafanzeigen einzureichen und auch die Verhaftung der Betreiber, aber auch der Gemeindeverantwortlichen zu beantragen. Es müsse mehr Druck auf die Staatsanwaltschaft ausgeübt werden, da zentrale Ermittlungen bisher unterblieben seien.

21:29

Leitender Chirurg ist zuversichtlich

Im Interview mit dem Tagesanzeiger zeigt sich der leitende Chirurg des Zentrums für Brandverletzte an der Uniklinik Zürich zwar betroffen, aber zuversichtlich. «Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass junge Patienten deutlich bessere Chancen haben. Sowohl was das Überleben anbelangt als auch das Ergebnis der Behandlung», sagt Bong-Sung Kim.

Die Ärzte und Pflegefachleute der Klinik arbeiteten jeden Tag hart. «Wir sind jetzt jeden Tag im Operationssaal, aber auch sonst ist das ganze Team im Einsatz: mit Diagnostik, Verbände wechseln, Patienten auch sonst betreuen.» Doch es herrscht offenbar eine hoffnungsvolle Atmosphere. «Wir glauben, dass wir es schaffen – dass viele nicht lediglich überleben, sondern dass wir ihnen langfristig auch eine gute Lebensqualität ermöglichen können.»

20:25

Barchef wollte kündigen

Laut dem französischen TV-Sender BFMTV wollte der Barchef des «Le Constellation» kündigen. Nun liegt er im Koma. Sein Vater sprach mit dem Sender. Vor Weihnachten hätte sich sein Sohn bei ihm über die Bar beklagt. «Papa, ich gehe nach Hause, nichts stimmt. Das habe ich nicht erwartet, es gibt viele Mängel», soll er gesagt haben. Dabei beunruhigten ihn vor allem die «sehr jungen Teenager», die sich in der Bar aufhielten, so der Vater.

In der Silvesternacht habe Gaëtan T. schwere Verbrennungen an einem großen Teil seines Körpers erlitten. Aufgrund der eingeatmeten Dämpfe leide er an «pulmonalen Komplikationen» und liege seither im künstlichen Koma, erzählt der Vater gegenüber dem Sender.

19:20

Bar-Besitzer äußern sich

Heute Abend haben sich die beiden Betreiber des «Le Constellation» zu Wort gemeldet. «Keine Worte können die Tragödie, die sich in jener Nacht im Constellation ereignete, angemessen beschreiben. Dieser Ort der Feier verwandelte sich plötzlich in einen Ort des Grauens und der Angst», heißt es im Schreiben, dass die Anwälte des Ehepaares verbreitet haben. Man sind am Boden zerstört und von Trauer überwältigt. «Unsere Gedanken sind unaufhörlich bei, den Angehörigen der Opfer, den Opfern, die so brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden, und bei all jenen, die um ihr Leben kämpfen.

Man wolle auch allen Mitarbeitern, die von dieser Tragödie schwer betroffen sind, uneingeschränkte Solidarität aussprechen. «Wir sind in Gedanken bei ihnen, da uns die laufenden Gerichtsverfahren derzeit einen persönlichen Kontakt untersagen.» Aus Respekt vor der Zeit der Trauer und des Gedenkens und auch aufgrund des aktuellen Ermittlungsstands werde man sich zum jetzigen Zeitpunkt nur in diesem Kontext äußern und habe vollstes Vertrauen in die Ermittler, den Sachverhalt aufzuklären und alle Fragen zu beantworten. «Seien Sie versichert, dass wir uneingeschränkt kooperieren und keinerlei dieser Angelegenheit ausweichen werden», so das Ehepaar.

Gegen das Betreiberpaar wurde ein Strafverfahren eröffnet.

Gegen das Betreiberpaar wurde ein Strafverfahren eröffnet.

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