Iran-Krieg: Irans Führung zeigt sich entschlossen

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Aktualisiert 30. April 2026, 21:32Iran-Krieg
Irans Führung zeigt sich entschlossen

Israel und die USA haben den Iran angegriffen. Das Land reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und andere Länder der Region. Die Entwicklungen im L'essentiel-Ticker.
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30.04.2026

Do 21:31

Die iranische Führung legt rhetorisch nach

Die iranische Führung legt im Konflikt mit den USA rhetorisch nach. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X, Irans Kontrolle über die Straße von Hormus ermögliche nicht nur dem Iran, sondern auch Nachbarländern eine «unabhängige Zukunft frei von der Präsenz und Einmischung der USA».

Auch Irans Präsident Massud Peseschkian äußerte sich nach Angaben des Staatsenders Irib in einem Telefonat mit Japans Premierministerin Sanae Takaichi. Der Iran sei bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen und eine faire Lösung sowie regionalen Frieden zu erreichen. Dies setze ein Ende der «überzogenen Forderungen und provokativen Maßnahmen der USA» voraus.

Zuvor war eine Rede, die Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei zugeschrieben wird, im staatlichen Fernsehen verlesen worden. Anlässlich des Tags des Persischen Golfs hieß es darin unter anderem: «Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns – außer auf dem Grund seiner Gewässer.»

30.04.2026

Do 13:46

Irans Führung: Amerikaner gehören auf den Meeresboden

Die Führung des Irans hat angekündigt, seine Atom- und Raketenkapazitäten zu schützen und zugleich den USA gedroht. «90 Millionen iranische Bürger im In- und Ausland betrachten alle Atom- und Raketenfähigkeiten als nationales Gut und werden sie wie ihre See-, Land- und Luftgrenzen verteidigen», hieß es in einer Rede des obersten Führers Modschtaba Chamenei, die im staatlichen Fernsehen verlesen wurde.

Zugleich wurden erneute Drohungen gegen die Präsenz der US-Streitkräfte in der Region ausgesprochen. Zwei Monate nach dem «größten Militärangriff und der Aggression der Weltbullys» in der Region sowie «nach dem beschämenden Scheitern Amerikas mit seinem Plan» werde ein neues Kapitel für den Persischen Golf und die Straße von Hormus geschrieben, sagte Chamenei demnach weiter.

Die Islamische Republik teile das gleiche Schicksal mit den Nachbarn in den Gewässern des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. «Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns – außer auf dem Grund seiner Gewässer.» Die verlesene Ansprache erfolgte anlässlich des Tags des Persischen Golfs, der jährlich im Iran am 30. April begangen wird.

30.04.2026

Do 07:58

Ölpreise schießen weiter in die Höhe

Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent ist wegen der andauernden Blockade der Straße von Hormus auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) mit Lieferung zum Juni kostete 126,41 US-Dollar und damit sieben Prozent mehr als am Vortag. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022.

Die für den weltweiten Gas- und Ölhandel wichtige Straße von Hormus bleibt weiter blockiert, und es gibt derzeit keine Aussicht auf eine Öffnung.
Die für den weltweiten Gas- und Ölhandel wichtige Straße von Hormus bleibt weiter blockiert, und es gibt derzeit keine Aussicht auf eine Öffnung.Nic Coury/AP/dpa (Symbolbild)

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent verteuert. Auch andere Ölpreise, wie derjenige für die US-Sorte WTI, legten in einem ähnlichen Ausmaß zu. Händler führten den kräftigen Anstieg in der Nacht auf die nach wie vor stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zurück.

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29.04.2026

Mi 11:35

Trump erhöht Druck auf Iran

Mit einem Post auf seiner Plattform Truth Social drohte er: «Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!»

Die Äußerungen Trumps schienen eine direkte Auswirkung auf den Ölpreis zu haben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an.
Die Äußerungen Trumps schienen eine direkte Auswirkung auf den Ölpreis zu haben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an.Donald J. Trump / Truth Social

Dazu postete der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn im Hollywood-Stil im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte, Sonnenbrille und umgehängtem Sturmgewehr zeigt. Dahinter sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft zu sehen. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten: «NO MORE MR. NICE GUY» (etwa: «Jetzt ist Schluss mit lustig») Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten.

28.04.2026

Di 20:24

Militär zerstört unterirdische Anlage

Israels Armee hat im Südlibanon zwei Hisbollah-Tunnel gesprengt. Nach Militärangaben handelt es sich um ein weit verzweigtes Tunnelsystem nahe der israelischen Grenze, das für Angriffe auf Israel gedacht gewesen sein soll. Die Sprengung erfolgte trotz bestehender Waffenruhe, die weiter brüchig bleibt.

Ilia Yefimovich/dpa (Symbolbild)

28.04.2026

Di 16:40

Medien: Iran verbietet Export von Stahl

Der Iran verbietet nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars seit Beginn der Woche den Export von Stahl. Grund sind offenbar die Angriffe Ende März auf die beiden Stahlwerke Chusestan im Südwesten des Landes und Mobarek im Zentrum. Israel hatte vor Beginn der Waffenruhe Anfang April angegeben, seine Luftwaffe habe 70 Prozent der Produktionskapazitäten zerstört.

Fars berichtete heute unter Berufung auf eine Anweisung der Zollbehörden des Landes, dass die Ausfuhr von Stahl einschließlich Brammen, Blechen und Bändern verboten sei. Die Anweisung sei am 26. April in Kraft getreten. Iran hatte nach offiziellen Angaben von Ende März 2025 bis Ende Januar 2026 Stahl im Wert von 6,1 Millionen Dollar exportiert. Das Material ist wichtig vor allem für die Herstellung von Waffen wie Raketen, Drohnen und Schiffe.

28.04.2026

Di 15:13

Emirate verlassen Opec

Die Vereinigten Arabischen Emirate treten mit Wirkung zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) aus. Hintergrund sei eine gründliche Abwägung auch mit Blick auf die anhaltenden «Störungen im Persischen Golf und der Straße von Hormus», heißt es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur WAM.

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28.04.2026

Di 08:04

Rubio wirft Iran Erpressung der Weltwirtschaft vor

US-Außenminister Marco Rubio hat Irans Blockade der Straße von Hormus mit einer «wirtschaftlichen Atomwaffe» verglichen. Iran versuche, die Region zu dominieren, sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News. Er führte die Blockade der Meerenge als Beleg dafür an, dass die Machthaber in Teheran keine Nuklearwaffen besitzen dürften. «Die Straße von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen – und sie geben damit an», sagte er.

«Stellen sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten, dann würden sie die ganze Region zur Geisel nehmen», sagte der Außenminister, der in Personalunion auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist. Rubio wollte sich nicht dazu äußern, wie Trump reagieren wird, falls Teheran auch weiterhin nicht bereit ist, über sein umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln. Teheran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu bauen, war eines der erklärten Ziele sowohl des aktuellen Kriegs als auch der US-Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen vom vergangenen Juni.

27.04.2026

Mo 20:34

Netanjahu pocht auf Sicherheitslösung

Benjamin Netanjahu sieht die Raketen- und Drohnenbedrohung durch die Hisbollah weiter als zentrales Sicherheitsproblem. Erst wenn diese Gefahr eingedämmt sei, könne eine Entwaffnung der Miliz und eine politische Lösung näher rücken.

Israels Regierungschef spricht von einem stark dezimierten Arsenal der Hisbollah, betont aber, die Arbeit sei nicht beendet. Die Hisbollah verfüge nur noch über etwa zehn Prozent der Raketen, die sie zu Beginn des Kriegs gehabt habe. Nach Schätzungen habe die proiranische Miliz ursprünglich ein Arsenal von rund 150.000 Raketen und Drohnen gehabt.

Ilia Yefimovich/Pool AFP/AP/dpa

27.04.2026

Mo 17:31

Israels Armee meldet neue Angriffe auf Hisbollah

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge trotz formell geltender Waffenruhe erneut Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon. Die israelische Armee sagte am Nachmittag, sie habe begonnen, Infrastrukturanlagen der Miliz im Süden sowie in der Bekaa-Ebene im Nachbarland ins Visier zu nehmen. Die Bekaa-Ebene erstreckt sich im Osten des Landes. Das israelische Militär hat dort seit Beginn der Feuerpause nicht mehr angegriffen.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dort habe Israels Armee Orte angegriffen, die als Hochburgen der Hisbollah gelten. Demnach gab es am Nachmittag auch heftige Angriffe der israelischen Luftwaffe an mehreren Orten im Süden des Landes. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Israelischen Medien zufolge hatten sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz und weitere hochrangige Sicherheitsvertreter zuvor getroffen, um über Verstöße der Hisbollah gegen die Waffenruhe zu beraten.

27.04.2026

Mo 13:59

Von der Leyen: Lockerung von Iran-Sanktionen wäre verfrüht

Ursula von der Leyen hat eine Lockerung von Sanktionen gegen den Iran abgelehnt, solange sich an den Repressionen der iranischen Führung gegen die eigene Bevölkerung nichts ändert. «Eine Aufhebung von Sanktionen wäre verfrüht, denn es gibt einen Grund, warum diese Sanktionen gegen den Iran verhängt wurden. Und dieser Grund ist das Verhalten des Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung», sagte von der Leyen zum Auftakt der Klausurtagung der Unionsfraktion in Berlin, zu der sie als Gast angereist ist.

Die frühere CDU-Verteidigungsministerin verwies darauf, dass alleine in diesem Jahr schon 17.000 junge Menschen von der iranischen Führung getötet worden seien.
Die frühere CDU-Verteidigungsministerin verwies darauf, dass alleine in diesem Jahr schon 17.000 junge Menschen von der iranischen Führung getötet worden seien.Michael Kappeler/dpa

27.04.2026

Mo 13:56

Kreml bezeichnet Treffen mit Irans Außenminister als sehr wichtig

Wladimir Putin wird nach Kremlangaben mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi in St. Petersburg zusammentreffen. Putin werde Araghtschi in der Präsidentenbibliothek der Newa-Metropole empfangen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Das Gespräch sei wegen der Entwicklungen im Iran und dem Nahen Osten von unschätzbarer Wichtigkeit. Einen genauen Zeitpunkt für das Treffen nannte er nicht. Araghtschi ist nach Medienangaben bereits in St. Petersburg gelandet.

Russland gilt als Verbündeter des Iran, unterstützt das Land aber nicht offen militärisch. Moskau bekräftigt zuletzt mehrfach sein Angebot, angereichertes Uran aus dem Iran abzunehmen.
Russland gilt als Verbündeter des Iran, unterstützt das Land aber nicht offen militärisch. Moskau bekräftigt zuletzt mehrfach sein Angebot, angereichertes Uran aus dem Iran abzunehmen.Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

27.04.2026

Mo 13:02

Kanzler Merz zweifelt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) glaubt nicht, dass die USA den Krieg im Iran schnell beenden können. «Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben», sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

«Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen.»

Die Amerikaner seien im Iran «ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen», kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. «Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln», sagte Merz. «Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.»

«Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage», sagte der Bundeskanzler. «Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung.»
«Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage», sagte der Bundeskanzler. «Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung.»Federico Gambarini/dpa
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26.04.2026

So 20:42

Iranischer Außenminister in Moskau erwartet

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wird am Montag zu Gesprächen in Moskau erwartet. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte im Gespräch mit den russischen Staatsagenturen, dass sich Präsident Wladimir Putin mit dem iranischen Außenamtschef treffen wolle. Weitere Details nannte er nicht. Kurz zuvor hatte auch das Außenministerium in Moskau den bevorstehenden Besuch Araghtschis gemeldet.

Moskau und Teheran sind strategische Verbündete, allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Am Sonntag war Araghtschi für einen Kurzbesuch nach Islamabad gereist, um erneut iranische Bedingungen für eine Beendigung des Krieges an pakistanische Vermittler zu übermitteln, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Unklar ist weiter, wann und ob es eine neue Verhandlungsrunde mit den USA in Pakistan gibt.

26.04.2026

So 11:03

Mann am Morgen erhängt

Im Iran ist ein weiteres Todesurteil vollstreckt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wurde am Morgen ein Mann erhängt. Er wurde demnach zuvor unter anderem wegen Mitgliedschaft in der sunnitischen Rebellengruppe Dschaisch al-Adl und für Anschläge auf Streitkräfte verurteilt.

Organisationen wie Amnesty International und Iran Human Rights kritisieren, dass die Urteile oft in unfairen Schnellverfahren und auf Basis von unter Folter erpressten Geständnissen ergehen. Erst am Samstag war ein Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt worden.

25.04.2026

Sa 18:11

Trump schickt Witkoff nicht nach Pakistan

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan zunächst abgesagt. Er habe seiner Delegation gesagt, sie sollten nicht fliegen, zitierte der US-Sender Fox News Trump. «Axios»-Reporter Barak Ravid schrieb auf der Plattform X ebenfalls, Trump habe ihn in einem Telefoninterview über die Absage der Reise informiert.

25.04.2026

Sa 15:51

Irans Präsident ruft Bevölkerung zum Stromsparen auf

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Bevölkerung angesichts massiver Versorgungsengpässe zum Stromsparen aufgerufen. Laut der Nachrichtenagentur Mehr sagte Peseschkian, der Konsum müsse eingeschränkt werden. «Zu Hause sollten statt zehn Lampen nur zwei eingeschaltet sein – was spricht dagegen?»

Peseschkian begründete die Krise primär mit militärischen Angriffen der USA und Israels auf die nationale Infrastruktur sowie einer «Belagerung». Damit bezieht er sich auf die US-Blockade iranischer Häfen. Eine unabhängige Schadensbilanz zu den behaupteten Treffern an Energieanlagen liegt jedoch bisher nicht vor.

Fachleute der Internationalen Energieagentur (IEA) und unabhängige Analysten weisen darauf hin, dass die Ursachen der Krise vielschichtig sind. Dass sich der Präsident nun persönlich mit Details wie der Anzahl von Glühbirnen an die Öffentlichkeit wendet, werten Beobachter als Zeichen für den Ernst der Lage. Die Führung in Teheran versucht offensichtlich, einem Aufflammen neuer sozialer Unruhen vorzubeugen, da Energiemangel bereits in der Vergangenheit landesweite Proteste befeuert hatte

25.04.2026

Sa 10:50

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Massenprotesten

Im Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt worden. Nach Angaben des offiziellen Justizportals wurde Erfan Kiani gehängt. Die iranische Justiz warf Kiani vor, im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Mossad an der Zerstörung und Brandstiftung von öffentlichem und privatem Eigentum in Isfahan beteiligt gewesen zu sein. Gemeinsam mit Komplizen soll er Barrikaden aus Holz und Reifen angezündet und Sicherheitskräfte angegriffen haben.

Eine unabhängige Bestätigung dieser Vorwürfe ist derzeit nicht möglich. Der Fall steht im Kontext einer verschärften Hinrichtungswelle nach den landesweiten Protesten vom Januar 2026. Der Vorwurf, als Agent für ausländische Geheimdienste gearbeitet zu haben, gehört dabei zu einer immer wiederkehrenden Rechtfertigung der iranischen Justiz für schnelle Exekutionen.

Organisationen wie Amnesty International und Iran Human Rights kritisieren, dass die Urteile oft in unfairen Schnellverfahren und auf Basis von unter Folter erpressten Geständnissen ergehen. Sie werten die Hinrichtungen als Instrument zur Einschüchterung der Bevölkerung. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.

24.04.2026

Fr 19:22

USA schicken Gesandte

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen am Samstag zu erneuten Gesprächen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs nach Pakistan. Wie die Sprecherin des Weißen Haus, Karoline Leavitt, am Freitag im Sender Fox News sagte, sollen Witkoff und Kushner in Pakistan mit iranischen Unterhändlern zusammentreffen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte zuvor gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitagabend in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen werde.

Die USA entsenden ihre Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu neuen Gesprächen mit Iran-Vertretern nach Pakistan, um ein mögliches Ende des Konflikts auszuloten.
Die USA entsenden ihre Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu neuen Gesprächen mit Iran-Vertretern nach Pakistan, um ein mögliches Ende des Konflikts auszuloten.Jacquelyn Martin/POOL AP/AP/dpa

24.04.2026

Fr 18:10

EU erwägt Zugeständnisse

Kanzler Friedrich Merz (CDU) brachte beim informellen EU-Gipfel in Zypern den Vorschlag ein, Sanktionen schrittweise zu lockern, falls es zu einer Einigung kommt. Voraussetzung wäre laut Merz ein Ende des iranischen Atomprogramms sowie der Aggressionen in der Region. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa äußerten jedoch Zweifel an einem solchen Deal. Gleichzeitig nannten sie keine Alternative, um die freie Schifffahrt wiederherzustellen.

Unter dem Druck massiv gestiegener Energiepreise wegen der Blockade der Straße von Hormus werden in der EU jetzt auch mögliche Zugeständnisse an den Iran erwogen.
Unter dem Druck massiv gestiegener Energiepreise wegen der Blockade der Straße von Hormus werden in der EU jetzt auch mögliche Zugeständnisse an den Iran erwogen.Kay Nietfeld/dpa
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24.04.2026

Fr 15:55

Irans Außenminister reist nach Pakistan

Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Dort soll er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans, die im Konflikt zwischen den USA und dem Iran vermitteln, sprechen. Treffen mit US-Vertretern seien nicht geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus pakistanischen Sicherheitskreisen.

Araghtschi soll demnach mit den Vermittlern einen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA besprechen. Dazu treffe er den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, Premierminister Shehbaz Sharif und seinen pakistanischen Amtskollegen, Ishaq Dar.

Im Anschluss daran reise der iranische Chefdiplomat weiter in die omanische Hauptstadt Maskat und danach nach Moskau, hieß es im Irna-Bericht weiter. Im Mittelpunkt der Reise stehen demnach Konsultationen zur aktuellen Lage im Konflikt mit den USA und Israel.

Khalil Hamra/AP/dpa (Archivbild)

24.04.2026

Fr 15:43

UN-Blauhelmsoldat im Libanon erliegt Verletzungen

Im Libanon ist ein weiterer UN-Blauhelmsoldat in Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel gestorben. Der 31-jährige Indonesier sei in einem Beiruter Krankenhaus Verletzungen erlegen, die er am 29. März erlitten habe, teilte die UN-Friedenstruppe Unifil mit. Bei dem Angriff war auch ein weiterer UN-Soldat getötet worden.

Laut einem vorläufigen Bericht der UN von Anfang April war das Projektil damals von einem Merkava-Panzer der israelischen Streitkräfte abgefeuert worden. Israel hingegen hatte die Hisbollah-Miliz beschuldigt, hinter dem Angriff zu stehen.

Marwan Naamani/dpa (Archivbild)

24.04.2026

Fr 15:33

Hegseth: Beratungen in Europa über Marineeinsatz sind «dumm»

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die europäischen Beratungen über einen Marineeinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus als «dumm» bezeichnet. «Das sind noch keine ernsthaften Bemühungen», sagte er auf einer Pressekonferenz über die Gespräche von vergangener Woche.

Hegseth monierte, dass die Europäer darüber geredet hätten, «vielleicht irgendwann etwas zu unternehmen, wenn alles erledigt ist.» Der Minister griff damit die anhaltende Kritik von US-Präsident Donald Trump auf, der mehrfach von den europäischen Verbündeten deutlich mehr Engagement bei der Sicherung der Straße von Hormus gefordert hatte.

In seinem Statement ging Hegseth nicht auf das Planungstreffen ein, bei dem sich seit Mittwoch Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London getroffen hatten. Großbritannien und Frankreich wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

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