CEO nach Gondelabsturz: «Bei 40 Stundenkilometern gibt es normalerweise einen Windalarm»

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CEO nach Gondelabsturz«Bei 40 Stundenkilometern gibt es normalerweise einen Windalarm»

Am Mittwochvormittag ist im Skigebiet Engelberg-Titlis eine Gondel abgestürzt. Die Behörden informierten auf einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand.

Im Schweizer Skigebiet Engelberg-Titlis ist am Mittwoch eine Gondel abgestürzt – eine Person kam bei dem Unglück ums Leben. Das Todesopfer war einziger Passagier der betroffenen Gondel. Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen, sprach bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag den Angehörigen sein Beileid aus.

«Wir werden alle Kameraaufnahmen lückenlos zur Verfügung stellen, um das Geschehene aufzuarbeiten», so Patt. Die Bahn, bei der die Gondel abstürzte, wurde 2014/2015 erbaut. Die letzte intensive Revision sei planmäßig vergangenen September erfolgt. «Die Bahn war in technisch neustem Zustand», so der CEO.

Windalarm normalerweise bei 40 Stundenkilometern

Zur Unfallursache liegen derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Am Mittwoch herrschten im Skigebiet starke Winde, wie Aufnahmen anderer Skifahrer zeigten. Zum üblichen Verfahren erklärte Norbert Patt: «Bei 40 Stundenkilometern gibt es einen Windalarm. Bei 60 Stundenkilometern werden die Bahnen in der Regel abgestellt.» Wie stark es zum Unglückszeitpunkt tatsächlich gewindet hat, könne man derzeit noch nicht sagen. Ebenso sei noch unklar, ob Windalarm ausgelöst worden war.

Am Nachmittag waren die Gondelbahn und mehrere weitere laut Webseite des Skigebiets wegen starker Winde geschlossen. Der Wetterdienst Meteoschweiz zeigte auf seine Webseite für Engelberg Sonnenschein und Temperaturen von rund acht Grad am Mittag. Dazu gab es eine Windwarnung, mit «Windspitzen in exponierten Lagen oberhalb von 1800 Metern» von bis zu 130 Kilometern in der Stunde.

Ob die Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann, ist derzeit offen. Ob für andere Gondeln eine Gefahr bestand, könne aktuell ebenfalls nicht gesagt werden, so Patt. Die Evakuierung der restlichen 100 bis 200 Passagiere sei abgeschlossen.

Erschwerter Zugang für Rettungskräfte und Polizei

Das Unglück passierte auf rund 2000 Metern Höhe, was den Zugang für Rettung und Polizei erschwert hatte. Unter anderem war ein Rettungshubschrauber der Schweizer Rettungsflugwacht Rega im Einsatz.

Betroffen war die Gondelbahn «Titlis Xpress Engelberg-Stand» im größten Skigebiet der Zentralschweiz, Engelberg-Titlis südlich des Vierwaldstättersees. Das Unglück passierte kurz nach der Mittelstation Trübsee. Die Gondeln transportieren Wintersportler auf rund 2400 Meter Höhe.

Das Video zeigt, wie die Gondel den Hang hinunterstürzt.20min/Leserreporter

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(mei, fos, dpa)

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