KI-Boom: Meta investiert Milliarden – Tesla meldet 43 Prozent Gewinnrückgang

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Druck auf  BilanzenMeta investiert, Musk plant – die KI-Wette wird immer teurer

Während Meta Milliarden in Rechenzentren steckt, prüft Musk eine Fusion von Tesla und SpaceX. Hinter dem KI-Boom wachsen die Finanzierungsfragen.

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Künstliche Intelligenz soll die Wirtschaft revolutionieren. Dafür investieren Technologiekonzerne gewaltige Summen in Rechenzentren, Chips und neue Geschäftsmodelle. Doch wie lange lässt sich dieser Wettlauf finanzieren? Die am Mittwochabend veröffentlichten Quartalszahlen von Meta und Tesla zeigen, wie unterschiedlich die Unternehmen aufgestellt sind und welche Risiken sich hinter den großen Versprechen verbergen.

Während Facebook-Mutter Meta mit ihrem Werbegeschäft Rekordumsätze erzielt, sinkt bei Elon Musks Elektroautobauer Tesla der Gewinn deutlich. Beide Unternehmen verfolgen ehrgeizige KI-Pläne. Die Frage ist, wann sich die dafür notwendigen Investitionen auszahlen.

Meta verdient Milliarden und investiert noch mehr

Meta steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente der Konzern 9,86 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Werbung auf Facebook und Instagram läuft weiterhin hervorragend. Doch gleichzeitig gibt Meta immer mehr Geld für seine KI-Infrastruktur aus.

Allein im vergangenen Quartal investierte der Konzern rund 34,9 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow – also das Geld, das nach laufendem Geschäft und Investitionen übrig bleibt – rutschte auf minus 2,12 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Meta noch einen positiven freien Cashflow von 10,6 Milliarden Dollar erzielt.

Für das Gesamtjahr 2026 plant der Konzern inzwischen Investitionen zwischen 135 und 145 Milliarden Dollar. Auch 2027 sollen die Ausgaben weiter steigen. Allerdings steht Meta finanziell keineswegs vor dem Zusammenbruch. Das Unternehmen erwirtschaftete im Quartal einen operativen Cashflow von 32,79 Milliarden Dollar und verfügte Ende September über liquide Mittel und Wertpapiere im Wert von 82,45 Milliarden Dollar.

Zudem belastete ein Vergleich mit US-Bundesstaaten im Zusammenhang mit dem Schutz Jugendlicher das operative Ergebnis einmalig mit 9,89 Milliarden Dollar. Der Rückgang der operativen Marge von 40 auf 20 Prozent ist deshalb nicht allein auf KI-Ausgaben zurückzuführen.

Tesla verdient 43 Prozent weniger

Bei Tesla sieht die Lage anders aus. Der Umsatz stagnierte im dritten Quartal bei rund 28 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar ein. Zugleich erzielte der Elektroautobauer einen freien Cashflow von 1,53 Milliarden Dollar. Das Unternehmen erwirtschaftete damit nach seinen Investitionen wieder einen deutlichen Mittelüberschuss.

Auffällig ist jedoch, dass Tesla seine Investitionsprognose für das Gesamtjahr von mehr als 25 Milliarden auf rund 20 Milliarden Dollar gesenkt hat. Musk setzt für die Zukunft längst nicht mehr ausschließlich auf Elektroautos. Autonome Robotaxis, humanoide Roboter und KI-Systeme sollen zu neuen Geschäftsfeldern werden. Wie viel Geld diese Projekte langfristig einbringen werden, bleibt allerdings offen.

Musk prüft Zusammenschluss mit SpaceX

Gleichzeitig könnte Musk sein Firmenimperium grundlegend umbauen. Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX haben unabhängige Sonderausschüsse eingerichtet, die eine mögliche Fusion prüfen. Musk bestätigte die Gespräche bei der Vorstellung der SpaceX-Quartalszahlen und sprach sich grundsätzlich für einen Zusammenschluss aus. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Auch die Aktionäre müssten zustimmen.

Hinter der Idee steht die mögliche Verbindung von Elektroautos, Robotik, künstlicher Intelligenz und Raumfahrt. SpaceX arbeitet unter anderem an Rechenzentren im Weltraum. Beide Unternehmen verfolgen zudem gemeinsame Pläne für die Entwicklung und Produktion leistungsfähiger Chips.

Ein solcher Zusammenschluss könnte einen der größten Technologiekonzerne der Welt entstehen lassen. Allerdings würde er auch erhebliche Fragen zu Unternehmensbewertungen, Finanzierung und möglichen Interessenkonflikten aufwerfen.

Die eigentliche Gefahr liegt in der Finanzierung

Die beiden Bilanzen stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die an der Wall Street zunehmend diskutiert wird: Der Ausbau künstlicher Intelligenz verschlingt enorme Summen, während sich viele der versprochenen Erträge erst in Zukunft einstellen sollen. Dabei unterscheiden sich die Risiken erheblich. Meta verfügt über ein hochprofitables Werbegeschäft, das einen großen Teil der Investitionen finanzieren kann. Tesla dagegen setzt stärker auf neue Geschäftsfelder, deren wirtschaftlicher Erfolg noch nicht feststeht.

Besonders kritisch wird die Entwicklung für KI-Unternehmen, die nicht über vergleichbar hohe Einnahmen verfügen und ihre Rechenzentren zunehmend mit Krediten finanzieren müssen. Steigende Finanzierungskosten könnten deren Geschäftsmodelle unter Druck setzen.

Die aktuellen Quartalszahlen beweisen deshalb noch keine KI-Blase. Sie zeigen aber, wie viel Kapital inzwischen notwendig ist, um im Wettlauf um künstliche Intelligenz mitzuhalten. Und sie werfen eine Frage auf, die für Anleger immer wichtiger wird: Entstehen aus den Milliardeninvestitionen rechtzeitig neue Gewinne oder wachsen die Kosten schneller als die Erträge?

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(kn)

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